Experiment des Monats
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In Folge der Komplexbildung bzw. beim Ligandenaustausch ändern sich physikalische und chemische Eigenschaften der Lösung. Oft beobachtet man eine Farbänderung. Auch die Löslichkeit kann sich ändern. Viele schwerlösliche Salze, beispielsweise die Silberhalogenide, können durch Komplexbildner gelöst werden, andere Komplexe sind selbst schwerlöslich. Bei diesem Experiment entsteht ein Eisenkomplex, der in organischen Lösungsmitteln löslich ist und ausgeschüttelt werden kann.
Geräte und Chemikalien:
Reagenzgläser
Eisen(III)chlorid,
Kaliumthiocyanat oder
Ammoniumthiocyanat,
Amylalkohol.
Durchführung:
(1) 1 ml einer 0,1-molaren FeCl3-Lösung wird mit 10 ml
Wasser verdünnt. Die Lösung ist hellgelb.
(2) 1 ml 0,3-molare KSCN- oder NH4SCN-Lösung zugeben.
Es bildet sich ein tiefroter Komplex.
(3) Der entstandene Komplex kann mit Amylalkohol ausgeschüttelt
werden. Die nun dunkelrot gefärbte organische Lösung ist
leichter und schwimmt auf der nur noch orange gefärbten
wässrigen Phase.
Erklärung:
Zunächst liegt der gelb-orange gefärbte, positiv geladene
Hexaquaeisen(III)-Komplex vor. Bei Zugabe des Rhodanids findet ein
Ligandenaustausch statt, es entsteht ein neutraler, tiefroter
Rhodanidkomplex. Dieser Neutralkomplex ist in Alkoholen gut
löslich und kann daher mit Amylalkohol extrahiert werden.
[Fe(H2O)6]3+ + 3 SCN [Fe(H2O)3(SCN)3] + 3 H2O
Ein analoger Versuch kann auch mit 0,15-molarer Kobalt(II)chlorid-Lösung durchgeführt werden.
Gefahren:
Amylalkohol ist leichtentzündlich und reizend, KSCN und NH4SCN sind
gesundheitsschädlich.
Entsorgung:
Die organischen Phasen kommen zum halogenfreien Lösungsmittelabfall,
die wässrige Lösung zum anorganischen Abfall.
Literatur & Links:
G. Jander / E. Blasius: "Lehrbuch der analytischen und präparativen
anorganischen Chemie" - S. 405 + 422/23
"Chemisches Praktikum für Mediziner" -
CCC, Institut für Organische Chemie der Univ. Erlangen-Nürnberg:
Versuch 6.5
Frau Dipl.-Chem. Gisela Martinek danke ich sehr herzlich für die Unterstützung.
Januar 2001: Die vier Elemente
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Seite erstellt am: Sonntag, 28. Januar 2001, A. Schunk.
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